Wie soll den nun so eine "ansprechende" Webseite aussehen bzw. aufgebaut sein? Dazu giebt es zig Studien, die alle das selbe aussagen und doch oft ganz unterschiedlich resumieren.

Klar ist, der Besucher soll zum Verweilen auf der eigenen Seite animiert werden - logisch, oder? Doch wie dies erreicht werden soll, dafür gibts verschiedenste Wege, die allesammt immer von einem Paradoxon ins nächste führen - das Leid des Webdesigners...

Aber ganz so tragisch, wie sich das jetzt liest, ist es dann doch nicht, denn der Mensch hat eine unglaubliche Fähigkeit, mit diesem Problem umzugehen - Kompromisse finden!

 

 

viele schöne Bilder oder doch lieber ausführliche Texte???

"Ein Bild sagt mehr als tausend Worte" heisst's so schön. Also pappen wir doch eifach drei vier tolle Bilder auf unsere Seite und gut ist! Jein (Paradoxon Nr. 1), denn obwohl der Mensch sofort Bilder registriert und begutachtet (Bilder sind also ein Blickfang), wird ein Besucher bei fehlenden Informationen relativ schnell eine Seite mit nur oder fast nur Bildern drauf die nächste Webseite aufsuchen, ausser wir programmieren grad die ultimative Flicker-Konkurrenz.

Es gilt also, den Blick des Besuchers mit einem Bild zu fangen, und ihn sofort mit ansprechendem Text mit den von ihm gesuchten Informationen zu versorgen (Kompromis). Aber achtung (Paradoxon Nr. 2), nur die wenigsten Besucher sind bereit, stundenlang irgendwelche ausführlichen Texte über das Gesuchte zu lesen, denn lesen am Monitor ermüdet massiv schneller, als z.B. lesen in einem Buch!

Beim Text gilt es unbedingt zu beachten, die wichtigen Informationen zusammengefasst und gut verständlich zu präsentieren, ohne dabei zuviel zu sagen und ohne dabei zuviel zu verschweigen (wichtiger Kompromis).

 

 

Logo, Menüs und Inhalt

Wo soll unser Logo hin, und wie gross darf/soll/muss es sein? Und wo bringe ich nur all die Menüs unter? Um diese Fragen zu beantworten gibts ein Hilfsmittel aus der Wissenschaft - Eye Tracking.

google-eye-tracking

Hierbei werden die Augenbewegungen von Personen aufgezeichnet, während sie im Internet surfen. So lässt sich anschliessend sehen, wo und wielange die Augen auf der Seite verweilen.

Im Bild rechts sieht man ganz deutlich, was dabei herauskommt, und zwar bei so ziemlich allen Menschen, die im Internet unterwegs sind - ein "F"! Das "F" entsteht, weil der Mensch immer oben-links beginnt, von da waagerecht nach recht schaut und sobald das interesse schwindet wieder nach links schwenkt und mit der nächsten Zeile wieder nach rechts zu lesen. Allerdings schon nicht mehr so weit wie in der ersten, und ab der dritten Zeile kommt eigentlich nur noch ein kurzes Anlesen der folgenden Zeilen.

Soviel zum wissenschaftlichen Teil. Wie setzten wir nun dieses Wissen ein? Eigentlich ganz einfach: innerhalb dieses "F-Musters" müssen wir die wichtigsten Punkte unserer Seite präsentieren. Das heisst jetzt aber nicht, dass wir nur diesen Platz benutzen können, sondern, dass unser Inhalt in F-Form aufgebaut sein sollte. Dabei können wir durchaus auch mehrere Fs auf der Seite platzieren, wichtig ist dabei nur, dass unser, bzw. das Gehirn unserer Besucher jeweils den Startpunkt der Fs intuitiv findet.

Ein "F" kann auch mal Lücken aufweisen, z.B. der Titel der Seite (das Logo), danach eine kurze Begrüssung, die von den meisten Besuchern kaum oder garnicht beachtet wird (Lücke) und erst danach der relevante Inhalt.

Oft bildet heute das Hauptmenü den oberen Balken des "F", was den grossen Vorteil hat, dass der Besucher sofort und sehr kompakt einen Überblick zum Inhalt der Seite erhält. Genausogut kann das Menü aber auch den Stamm des "F" bilden, was zu einer systematischen Abarbeitung des Inhalts führt. Hier kann man den Inhalt sehr gut priorisieren (von oben nach unten).

 

 

grundsätzliches

Natürlich sollte man auch immer darauf achten, dass einem die eigene Seite auch selbst gefällt, denn schliesslich ist man ja meistens gut mit dem auf der Seite behandelten Thema vertraut und gehört somit zum Zielpublikum. Trotzdem sollte man immer bedenken, dass man die Seite extrem gut kennt, wenn man sie ja selber gebaut hat, und dass diese Kenntnis dem Besucher fehlt. Also immer gut darauf acht geben, dass man schnell, also ohne langes suchen und ohne viele Klicks zu den gesuchten Informationen findet.

Das heisst, zuviele Menüs sind unübersichtlich, zuviele Menü-Einträge führen zu langen Suchzeiten - aber, zuwenig Menüs und zuwenig Menü-Einträge führen dazu, dass mann zuviel Inhalt durchsuchen/durchlesen muss, um die Informationen zu finden. Auch hier gilt es einmal mehr einen guten Kompromis zu finden um eine möglichst gute Übersicht zu verschaffen.

 

Ein paar Worte zur Farbwahl: manchmal gibt der Inhalt der Seite einige Farben vor, die man natürlich dann auch einsetzten soll. Oft ist die Wahl der Farben aber eher Geschmacksache des Besitzers oder des Designers. Und hierbei kann, wer sich dazu berufen fühlt, auch etwas für die Umwelt getan werden. Denn viele helle Farben auf dem Monitor benötigen viel mehr Energie, als dunkle Farben. Wer also nicht auf weissen Hintergrund angewiesen ist (auch Google und FB wären das nicht), kann mit dunklen Farben als Hintergrund und einer helleren als Textfarbe stromsparen. Zudem sind dunkle Hintergründe mit einer gut gewählten hellen Textfarbe weniger ermüdend für die Augen.

 

Abschliessend noch dieser kleine Tipp: kopieren ist nicht gern gesehen und oft auch illegal, aber bei den Mitbewerbern nach Inspiration suchen hilft oft bei schweren Entscheidungen...