1. Kapitel - Die Kunst der Ritter der Telemark wird geboren

Es war einmal vor vielen Zeitaltern, genauer im Jahre 1825, am 10. Tag des 2. Sommermonats in der Provinz Telemark in einem kleinen Dorf namens Morgedal, da wurde ein Junge von einfacher Herkunft geboren. Sein Vater, Ouver Eivindsson, und seine Mutter, Ingerid Sundresdotter, gaben ihm den Ehrenwerten Namen Sondre. Dem Brauch nach, wie er in der Telemark üblich war, war Sondres Nachname Ouverson, was soviel heisst wie "Ouvers Sohn".
Etwas mehr als zwei Jahre später starb Sondres Mutter, doch trotz diesem schweren Verlust wuchs der Junge zu einem prächtigen jungen Burschen heran, der nichts lieber tat, als in den verschneiten Winterhügeln von Morgedal seine wilden "Schneetänze" für seinen Bruder Eivind und seine Schwester Ingerid zum Besten zu geben.
Sondre liebte das Skifahren und oft genug vernachlässiget er deswegen seine Mithilfe auf dem elterlichen Bauernhof. Seine Stiefmutter pflegte ihren Unmut darüber so auszudrücken: "Ich hätte lieber zehn Eivinds als einen Sondre!"
Auch das Erlernen des Lesens und Schreibens war für Sondre völlig uninteressant, denn wenn die Berge ihn riefen, dann wollte Sondre schon bereit sein, und er zögerte nie auch nur einen winzigen Augenblick, dieser Aufforderung nachzukommen. Er wählte immer die gefährlichsten Hänge aus für seine waghalsigen Skiabfahrten, und die Menschen, die in dabei sahen meinten, er sei wohl mit Skiern geboren worden und dass Skifahren seine natürliche Art der Fortbewegung sei, und nicht etwa das Gehen, wie bei allen anderen Menschen. In dieser Zeit entstand auch sein Beiname "Der mit den Brettern tanzt".

Wir sind die Ritter der Telemark! TELEHOI

 

So gingen die Jahre dahin und aus dem kecken Burschen wurde ein Mann und aus dem Mann ein Ritter, ein Ritter der Telemark, der erste Ritter der Telemark! Und postum wohl auch der König der Telemark!
Sondre, der mit den Brettern tanzt, Sohn des Ouver, heiratete Rannei Åmundsdotter, zeugte acht Kinder und wann immer er Zeit fand zog es ihn unwiderstehlich auf die Bretter, die für ihn die Welt bedeuteten. Irgendwann in diesen Jahren begann Sondre zu fühlen, dass in ihm eine Aufgabe heranwuchs, die Aufgabe, das Skimaterial für seine Kunst anzupassen.
Er zog sich also in seine kleine Werkstatt zurück und fing damit an, neue bessere Skier für sich zu entwerfen. Die Idee dazu schwirrte schon länger in seinem Kopf herum, doch jetzt schien es ihm, dass Odin der Kriegsgott ihm die Kraft und den Willen verliehen hat, diese auch umzusetzen. Er bastelte Tag um Tag an den Brettern herum, und grübelte Nacht für Nacht über irgendwelchen Problemen, und einige Menschen aus Morgedahl sagen, manchmal, in vom Monschein erhellten Nächten könnte man ihn aus dem Fenster seiner Werkstatt steigen sehen, um seine Skier auf die Probe zu stellen. Aber Sondre, Sohn des Ouver, begnügte sich nicht damit alleine die Narrenhölzer, wie einige sie nannten, neu zu erfinden, nein, denn er war ja ein gescheiter Mann und ein geschickter Handwerker obendrein! Nein, er überlegte sich auch, wie denn wohl der Schuh besser an den Skiern zu befestigen sei, damit einem nicht immer wieder die Skier unter den Füssen weggerissen werden. Er entwarf in unzähligen müssigen Stunden eine Bindung, die den ganzen Schuh umschloss, also auch die Ferse und nicht nur bei den Zehen, aber trotzdem konnte man die Ferse noch frei nach oben und wieder zurück bewegen.
Als edler und treu ergebener Ritter und König der Telemark benannte er die Bindung und die damit vsondre_t.jpgerbundene neue Fahrtechnik nach seiner Heimat: Telemark! Und auch die Skier dazu wurden kurz darauf von ihm erfolgreich fertiggestellt. Er hatte sie, gegenüber früheren Modellen etwas verkürzt und die Seiten tailiert.

Das Material, die Technik und der Style, die Kunst der Ritter der Telemark, waren geboren!

Wir sind die Ritter der Telemark! TELEHOI

 

Mehr von der TELEMARK-Saga erzähle ich Euch später, denn jetzt ist es an der Zeit, ein Fest zu feiern, ein grosses Fest, bis tief in die Nacht hinein. Es ist an der Zeit unsere Heldentaten mit Liedern zu besingen und mit einem Spruch und einer Pries unsere Kunst zu huldigen!

Wir sind die Ritter der Telemark! TELEHOI ...und PRIIIS!!!